DGC-Siebengebirge e. V.

Gleitschirm- und Drachenfliegen in der Region Köln-Bonn

Landehinweise zu Dernau

Es haben sich bei weiteren Flügen einige Erfahrungen mit der „neuen" Lande- und Strömungssituation ergeben bzw. erhärtet. Ich kann jedem Dernau-Flieger nur anraten, diese zu beherzigen, Lucian.

Landeplatz-2022-2

Auf dem beigefügten Bild ist ein typischer Abgleiter in Dernau nachgezeichnet (gelbe Flugspur). Der Pilot startet in der Schneise und verlässt diese beim Ausflug nach links in Richtung Punkt 1. Dieser ist einer der drei Haupt-Thermikpunkte am Nordhang des Krausbergs.

Der Pilot achtert vor dem Hang und setzt seine Gegenkurve an Punkt 2 (steilere Felsnase rechts vor der Schneise). Auch dort löst häufig eine Thermik ab. Wenn man hier im Wechsel zwischen 1 und 2 genug Höhe gewinnt, lässt sich in diese Thermiken möglicherweise auch einkreisen und aufdrehen. Fällt man aus den Steigbereichen heraus oder kommt beim Soaren tiefer vor den Hang, hat man allerdings selten nochmals eine Chance wieder nach oben zu kommen.

In so einem Fall sollte man dann früh in den Landemodus schalten und die Windanzeiger am Boden beachten. Es ist ratsam, möglichst direkt vor dem Hang abzuachtern. Dort herrscht i.d.R. die ruhigste und berechenbarste Strömungssituation. Die Landung kann dann in einem längeren, geraden Endanflug über der (grün eingezeichneten) „Landebahn" neben(!) dem alten Sportplatz erfolgen. Dort hat man bei Bedarf auch noch eine lange Ausgleitmöglichkeit Richtung Dernau, falls man etwas zu hoch rein kommt. Auf diesem Weg ist eine im Vergleich zu „früheren" Dernauer Sportplatzverhältnissen angenehmere Landung möglich ist. Da nach der Flut viele Bäume als Windhindernisse verschwunden sind, ist der Windgradient, der für ein plötzliches Durchsacken des Schirmes sorgen konnte, deutlich schwächer ausgeprägt. In mehr als 90% der Fälle zieht der Hauptwind am Landeplatz tatsächlich auch vom Ort her durchs Tal.

NICHT EMPFEHLENSWERT als Landeroute ist die rot eingezeichnete Variante. Psychologisch erscheint sie zwar einfacher, weil man mitten im Tal gefühlt mehr Platz hat. Allerdings ist gerade im Bereich des Sterns (4) und flussabwärts dahinter häufig sehr turbulent. Dort kommen zwei Faktoren zusammen. Die auf den neuen Freiflächen an der Ahr erzeugte Warmluft löst an der kalten Ahr ab und steigt dort in Böllerblasen auf. Zudem wird der Wind in dem Bereich stärker kanalisiert und beschleunigt (Engstelle). Die noch vereinzelt stehenden Bäume erzeugen starke Leebereiche. Die Luftmassen sind deshalb sehr zerrissen und verwirbelt, mit Steig- und Sinkbereichen dicht nebeneinander. Die meisten Piloten, die im Landeanflug Probleme bekommen (Klapper / Durchsacker / zu kurz kommen etc.) kommen leider über diese Seite. Darum gilt folgender TIPP: Wer tiefer kommt, sollte diesen Bereich möglichst vermeiden und zurück zum Hang fliegen, um daran abzuachtern.

Punkt 3 ist ebenfalls eine Thermikstelle, und häufig sogar die mit der stärksten Thermik am Hang. Allerdings ist sie auch die turbulenteste. Man sollte sie besser nur anfliegen, wenn man bei (1) und (2) schon genug Höhe aufgebaut hat, so dass man über der Hangkante ist. Bei etwas ruhigeren Verhältnissen (am Abend) kann man zuweilen auch zwischen (2) und (3) soaren.

Kommt man bei (3) zu tief, dann hat man ein Problem: Zwischen (2) und (3) gibt es häufig eine starke und turbulente Sinkzone (5). Es ist der Abwindbereich der Thermik 2 und der Thermikböller von 4. Wenn man dort nicht schon zu tief ist, sollte man stets versuchen einfach hangparallel wieder Richtung Dernau zu fliegen, um auf den gelben Flugpfad für die Landung zu kommen. Ein tiefes Ausweichen nach rechts auf den roten Pfad bringt meistens nur weitere Schwierigkeiten mit sich.

Lange Rede, kurzer Sinn: Dernau bleibt ein anspruchsvolles Gelände, das im Grunde weiter mit der gleichen Landestrategie beflogen werden sollte, wie früher mit dem damals noch umzäunten und baumumstandenen Sportplatz: Abachtern am Hang, nicht über der Ahr!

Ich wünsche Euch viel Spaß bei den Flügen in Dernau und allzeit sichere Landung.
Lucian

Mentoring

2021-09-29 Mentoring
Du möchtest die ersten Erfahrungen in deiner Fliegerkarriere lieber nicht allein machen? Du möchtest die DGC-Gelände unter Anleitung kennenlernen? Du möchtest schnell besser fliegen lernen? Und Spaß machen soll es auch noch? - Gut, genau dafür gibt es unser Mentoring Programm. Es ist ganz einfach: Erfahrene Piloten, denen es Freude macht, ihr Wissen zu teilen, geben ihre Erfahrung als Mentoren an Pilot*innen weiter, die davon Gebrauch machen wollen. In der Praxis läuft das so ab, dass die Mentorin oder der Mentor eine kleine WhatsApp-Gruppe gründet, in der er seine Mentees versammelt. Wenn dann ein guter Flugtag ist, macht er einen Treffpunkt aus und los geht es. Auf diese Weise lernt man schnell und sicher, wann man wo in unseren Fluggebieten am besten fliegt und wann man lieber zu Hause bleibt. Hier geht es zur Kontaktliste der Mentoren (in Arbeit). 

25 Jahresfeier DGC

19. September 2021. Ein ganz besonderer Zauber lag über unserem Jubiläumsfest zum 25. DGC-Geburtstag. Vielleicht kam das daher, dass wir wegen Corona so lange nicht feiern konnten und dass auch das Windenfliegen in dieser Zeit kaum möglich war. Das haben wir jetzt alles nachgeholt. Die Grillparty zog sich am Lagerfeuer bis in den frühen Morgen. Aber der Hammer war der Schlepptag am Sonntag in Rahms. Mit zwei Doppeltrommelwinden, zwei Lepo-Fahrern und zwei Startleitern schaufelte das Windenteam die Piloten in die Luft. Mit einer atemberaubenden Startfrequenz. Fazit: der DGC hat in der langen Pause das Schleppen nicht verlernt. Einhelliger Kommentar der Piloten und des Schleppteams: geil war's. Gunter Kiphard, Iris und Klaus Geitner haben am Samstag wunderbare Fotos geschossen. Hier geht es zu den Bildern:

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Tips zur Landung in Dernau

In den meisten Fällen wird in Dernau Richtung Westen auf dem Sportplatz gelandet (Blickrichtung wie auf dem Bild). Dieser Anflug ist auch bei Nullwind und ungewisser Windrichtung immer zu empfehlen.

Vor dem Sportplatz sind noch Tennisplätze zu überfliegen. Diese sind zum Sportplatz hin durch einen rund 4 m hohen Zaun begrenzt.

Rechts und links der Tennisplätze reicht das umzäunte Sportplatzgelände aber weiter nach Osten (links roter Ascheplatz, rechts die roten Bahnen plus Sprunggrube). Dort sind die begrenzenden Zäune auch 2m niedriger.

Um das Risiko zu verringern, im Endanflug bei einem plötzlichen Saufer im Tennisplatz-Zaun zu landen, sollte man seinen Flugweg immer so legen, dass man über die Ecken des Sportplatzes einschwebt.

Bei Bedarf sollte man dabei hinter / über den Tennisplätzen seine Höhe abachtern, aber immer möglichst so planen, dass man aus der Acht heraus über eine der Ecken zum Endanflug ansetzt.

dernau-landung1

Der typische und zu empfehlende Anflugweg wäre die Nummer #1 (oder vom Hang kommend #2), um dann über die Tartanbahnenecke einzufliegen.

Variante #3 ist nur dann noch sinnvoll, wenn man an der rechten Ecke gefühlt immer noch zu viel Höhe hat. Den Queranflug dann aber nicht mehr mitten über die Tennisplätze machen, sondern am besten direkt über bzw. hinter dem Zaun. So kann man beim plötzlichen Durchsaufen jederzeit nach rechts zum Sportplatz hin abbiegen, ohne Gefahr zu laufen, noch hängen zu bleiben.

Vermeiden sollte man auf jeden Fall, mittig über die Tennisplätze über den hohen Zaun zu fliegen (No Fly!). Wenn man dort durchsackt, ist das Risiko einer Zaunberührung hoch.

Noch eine wichtige Anmerkung: Der Sportplatz von Dernau und auch die Tennisplätze sind thermisch aktiv. Es kann einen im Endanflug immer auch nochmals heben. Diese Blasen sind aber i.d.R. nur kleinräumig, und so wie es einen kurz 3m hochhebt, wird man dahinter genauso schnell wieder nach unten gereicht. Man sollte in Dernau deshalb wirklich bewusst und frühzeitig sein Landefahrwerk ausgefahren haben, um auch ein etwas härteres Absetzen abfedern zu können. (Das gilt übrigens für alle Landeplätze ;-))

Der Sportplatz von Dernau hat noch eine Eigenheit. Durch den dahinter liegenden Hang fällt häufig am Nachmittag der hangnahe Platzbereich schon in den Schatten, während die Fläche entlang der Tartanbahnen noch voll in der Sonne liegt. Zu dieser Zeit werden Thermiken häufig direkt an dieser Schattengrenze auslösen. Auf der Sonnenseite steigt es, während es im Schatten kräftig sinkt. Deshalb ist es am Nachmittag ratsam, seinen Endanflug möglichst komplett in die Sonnenseite zu legen und diese Schattengrenze nicht mehr tief zu überfliegen. In der Schattenzone ist durch die dort sinkenden Luftmassen häufig eine recht harte Landung zu erwarten, während man im sonnigen Bereich noch sanft aufsetzen kann.

Wie ihr lest, gibt es also in Dernau (wie in allen Geländen auf jeweils andere Weise) viele Feinheiten und Erfahrungen zu beachten. Wenn man sie kennt und konsequent danach handelt, wird man sich auch mit einem Gelände wie Dernau anfreunden können. Für thermisches Fliegen ist es (bei schwachem Nordwind) sehr ergiebig.

Wer noch keine / wenig Erfahrung mit Dernau hat, das Gelände aber kennenlernen will, dem ist dringend zu empfehlen, für die ersten Flüge nur schwache Tage auszuwählen und bewusst am Anfang echte "Kennenlernabgleiter" zu machen, bei denen es nur darum geht, ein Gefühl für die Einteilung der Landevolte zu bekommen. Wenn der Part sitzt und man die Erfahrung gemacht hat, dass der LP bei einem geregelten Anflug auch keinesfalls zu klein ist, wird man auch in etwas thermisch bewegterer Luft dort den kühlen Kopf bewahren können, der für eine geordnete, sichere Landeeinteilung nötig ist.

Happy Landings!

Lucian

Willkommen beim DGC Siebengebirge

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